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aktion tier deckt Eierbetrug im deutschen Supermarkt auf

Niederländischer Legehennenbetrieb wird gesperrt

7_56_eierbetrug.jpg Seit Dezember 2008 beobachtet aktion tier einen Legehennenbetrieb in den Niederlanden, der angeblich Freilandeier produziert. „Bei unseren Kontrollen war allerdings nie ein Huhn im Freilauf der Anlage zu sehen, dessen Zäune zudem kaputt oder teilweise überhaupt nicht vorhanden waren“, sagt Jan Pfeifer von aktion tier. Vor einiger Zeit hat aktion tier KAT – Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. – in Bonn eingeschaltet, denn KAT kann ihm angeschlossene Betriebe wie den niederländischen Eierproduzenten sperren und damit verhindern, dass „faule“ Eier in den Supermarkt geraten. Eine Sperrung des Betriebs erfolgte vor wenigen Tagen. Zusätzlich wurden die mit den angeblichen Freilandeiern belieferten Supermarktketten informiert und daraufhin der Verkauf gestoppt. aktion tier schätzt, dass dennoch mehrere tausend falsch etikettierte Eier beim Verbraucher gelandet sind.

 

Auf die Spur des angeblichen Freilandbetriebes stieß aktion tier, als ein aufmerksames Mitglied des Tierschutzvereins in einer Supermarktfiliale in Mönchengladbach Frischeier mit zwei Stempeln entdeckte. Der EU-weit vorgeschriebene Eierstempel gibt Auskunft über den Produktionsstandort und die Haltungsform des Huhns. Gerade für Tierschützer und bewusste Verbraucher ist die Haltungsform und damit die erste Ziffer des Stempels entscheidend: Die 0 steht für Bio-, die 1 für Freiland-, die 2 für Boden- und die 3 für Käfighaltung. Die verdächtigen Supermarkteier trugen sowohl einen Stempel für Freilandhaltung (also „1“) als auch einen Stempel für Käfighaltung (Nummer „3“). Da 2 Stempel unzulässig und für den Verbraucher irreführend sind, erstattete aktion tier im Januar 2009 Anzeige beim zuständigen Lebensmittelüberwachungsamt.

„Unsere Recherchen haben ergeben, dass die Stempel zu zwei niederländischen Legehennenbetrieben gehören“, erklärt Jan Pfeifer von aktion tier, der sich umgehend beide Standorte ansah und dokumentierte. Der Betrieb mit Freilandhaltung liegt etwa 30 km von dem Betrieb mit Käfighaltung entfernt. Auffällig schon beim ersten Besuch: Bei dem angeblichen Freilandeier-Produzenten lief kein einziges Huhn draußen herum, obwohl dies der Gesetzgeber bei Freilandhaltung explizit vorschreibt.
Auch bei den folgenden Kontrollen, zuletzt vor wenigen Wochen, war nie auch nur ein freilaufendes Huhn zu sehen. Nun hat KAT die Konsequenzen gezogen und den Betrieb gesperrt.

„Durch den doppelten Stempel ist der Konsument verwirrt und mit der nicht stattfindenden Freilandhaltung sogar betrogen worden“, resümiert Jan Pfeifer von aktion tier. Dem Verbraucher kann nur empfohlen werden, beim Eierkauf noch genauer hinzuschauen.
Eine Alternative könnten auch Eier aus dem Bioladen sein, diese werden nämlich nicht nur durch das staatliche Biosiegel kontrolliert, sondern zusätzlich auch durch die jeweiligen Bioanbauverbände. Wer ganz sichergehen möchte, der sollte in letzter Konsequenz ganz auf Eier verzichten. 

 

erstellt am: 07.06.2010
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